Tipps

In diesem Abschnitt werden allgemeine Tipps rund um den MK2 Drucker gegeben:

Da es sich um ein Low-Cost-Projekt handelt, und somit wahrscheinlich viele User ihre Hardware in Asien beschaffen, sei angemerkt, dass einige Teile nicht den Spezifikationen entsprechen könnten! Daher muss bei folgenden Teilen besonders auf die Hardware geachtet werden:

Ramps 1.4 aus China: Die Ramps aus Asien sind in der Regel nicht so belastbar, wie das Original von „RepRap“. Das heißt, es kann zu Problemen kommen, wenn man versucht, das 200-Watt-Heizbett direkt über den Anschluss D8 vom Ramps zu steuern. Die 16,75 Ampere, die dann fließen, kann bei einem asiatischem Ramps defintiv zu Problemen führen, wie geschmolzenere Anschlussstecker, oder aber zerstörte Leistungstransistoren, welche das Ramps dann unbrauchbar machen. Eine Lösung kann hier sein, ein 12 Volt SolidState-Relais zu verbauen, das den Strom direkt vom Netzteil nimmt, und so das Ramps entlastet.

Linearlager allgemein: Linearlager (z.B. ein LM8LUU oder ähnlich) und die dazugehörigen Wellen sollten aus Toleranzgründen nicht aus Asien beschafft werden. Grade Anfänger können sich damit Probleme auflasten, die sie nicht lösen können werden, weil als Anfänger an so einem Drucker alles schwer ist, und Probleme nur sehr schwer selbst gefunden werden können. Daher sollten hier Lager aus Deutschland genommen werden, um potentielle Fehlerquellen schon im Vorfeld auszuschalten. Durch den ca. 10-fachen Preis (z.B. LM8UU um 5 €/Stk.) sollte man sich nicht abschrecken lassen.

Riemen spannen: Ausgangssituation - Der Drucker ist aus und Kopf ganz nach vorne in die Mitte geschoben. Die Riemen sind an den vorderen Haltern fest und an den hinteren so locker, dass man sie Zahn für Zahn mit leichtem Rasten weiter ziehen bzw. verstellen kann. Der Riemen ist entspannt und hängt leicht durch. In dieser Position müssen beide Y-Slider vorne an den Motoren anstoßen, oder den exakt gleichen Abstand zu den Motoren haben (sie anstoßen lassen ist einfacher). Nun werden beide Riemen Zahn für Zahn gleichmäßig strammer gezogen, bis sie selbst wieder einen Zahn zurückspringen. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Y-Slider nach wie vor den gleichen Abstand zu den Motoren haben, da dies auch , das beide Riemen gleichmäßig gespannt sind. Hier kann man jetzt mit Bleistift die Position am Riemen markieren, damit man die gleiche Anzahl Zähne abschätzen kann, wenn man den Riemen weiter strafft. Jetzt zieht man beide Riemen jeweils einen Zahn weiter rein und schraubt den Riemen so fest, dass er nicht wieder raus rutschen kann und achtet dabei auf die Abstände der Y-Slider zu den Motoren. Nach jedem Zahn-Pärchen wird an den beiden längsten Riemenstücken gezupft und wenn ein dumpfer Ton (wie die tiefste Saite bei einem E-Bass) und kein Schlappern mehr zu hören ist, sind wir am Ziel. Jetzt wird die ganze Achse einmal nach hinten geschoben und geprüft, ob auch hier die Abstände der Y-Slider zu den Umlenkungen identisch sind. Wenn ja können die Riemen ganz fest geschraubt werden und es ist vollbracht! Wenn nein, ist wahrscheinlich das Gehäuse nicht im Winkel und die Winkeligkeit muss erst geprüft werden.

Aufbau der Schlitten: Hier sollte mit sehr viel Ruhe dran gegangen werden. Ein schneller Zusammenbau und gleich alles festziehen, führt im allgemeinen nicht zu einem guten Ergebnis. Schwergängigkeit der Schlitten, knattern, rattern sind die Folge. Hier sollte man sehr ruhig vorgehen, Schritt für Schritt, und wenn was klemmt, vorsichtig die ABS Druckteile mit einer Handreibahle nacharbeiten, bis der ganze Antrieb spielfrei, aber auch leichtgängig geht.